Der polnische Kreditmarkt steht im Jahr 2025 vor den größten strukturellen und makroökonomischen Veränderungen seit Jahren. Die im Bericht Infokredyt 2025 des ZBP präsentierten Daten zeigen, dass Zinssenkungen, die hohe Überliquidität des Bankensektors und die steigenden Einkommen der privaten Haushalte die Voraussetzungen für ein dynamisches Wachstum der Kreditvergabe schaffen. Gleichzeitig sieht sich der Sektor einem zunehmenden Regulierungsdruck ausgesetzt, darunter der Erhöhung der Körperschaftsteuer (CIT), die – wie Analysten betonen – das Kreditpotenzial in den kommenden zehn Jahren um nahezu 125 Mrd. PLN begrenzen kann. In der Folge ist 2025 ein Zeitpunkt, an dem fiskalische und monetäre Veränderungen beginnen, miteinander zu konkurrieren, und die Entscheidungen der Regierung sowie der Zentralbank in den nächsten Quartalen für die Finanzierung der Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sein werden.
Die Einleitung des Berichts macht deutlich, dass Polen – im Vergleich zur Europäischen Union – weiterhin über ein großes ungenutztes Potenzial im Bereich der Kreditvergabe verfügt. Das Verhältnis der Kredite an den nichtfinanziellen Sektor zum BIP beträgt 31,7 %, was das Land in die Gruppe der am wenigsten „durchkreditierten“ Volkswirtschaften der Union einordnet. Gleichzeitig zeigen das dynamische Wachstum der Konsumentenkredite und die deutliche Erholung im Segment der Wohnungsbaukredite, dass die Nachfrage in deutlich größerem Umfang zurückkehrt als in den Jahren 2022–2023. Die Polen entscheiden sich häufiger für die Aufnahme von Verbindlichkeiten, und fast die Hälfte der erwachsenen Bürger verfügt derzeit über einen Kredit oder ein Darlehen.
Der Bericht hebt zudem die stark regional differenzierten Verschuldungsniveaus und die Qualität der Rückzahlung hervor. Die höchste durchschnittliche Verschuldung wird in der Woiwodschaft Masowien beobachtet, wo ein typischer Kreditnehmer mehr als 75 Tsd. PLN zu tilgen hat. Am anderen Ende des Spektrums liegt die Woiwodschaft Karpatenvorland, in der die durchschnittliche Verschuldung 36,8 Tsd. PLN beträgt und die Bewohner ihre Kredite zugleich am zuverlässigsten bedienen. Die BIK-Daten für alle Woiwodschaften bestätigen, dass die Qualität der Portfolios sicher bleibt, auch wenn sich in den Qualitätsindikatoren leichte, monatliche Verschlechterungen abzeichnen.
Das Jahr 2025 bringt auch ein stark wachsendes Interesse an „Buy Now, Pay Later“-Lösungen (BNPL) mit sich, die immer deutlicher als vollwertiger Bestandteil des Kreditmarktes betrachtet werden. Mehr als 2,86 Mio. Kunden haben diese Lösung innerhalb eines halben Jahres genutzt, und jeder zweite junge BNPL-Nutzer ist unter 24 Jahre alt. Dieser Trend – wie in der Analyse betont wird – wird langfristige Auswirkungen auf den Aufbau der Kreditgeschichte junger Polen sowie auf die Risikopolitik von Banken und Kreditinstituten haben.
Geldpolitik und die Auswirkungen der Zinssenkungen
Der Rat für Geldpolitik hat im Jahr 2025 insgesamt fünf Zinssenkungen vorgenommen und damit den Leitzins der NBP auf 4,25 % gesenkt. Nach Einschätzung der ZBP-Analysten ist dies eine Reaktion auf die deutliche Verbesserung der Inflationsaussichten, insbesondere auf die nach unten korrigierte CPI-Inflationspfadprognose, die im Durchschnitt um 0,67 Prozentpunkte für jeden Monat des letzten Quartals gesenkt wurde. Die sinkenden Zinsen haben sich automatisch in niedrigere Kreditbedienungskosten und eine höhere Kreditwürdigkeit der privaten Haushalte niedergeschlagen. Bei einem Wohnungsbaukredit von 450 Tsd. PLN mit einer Laufzeit von 20 Jahren beträgt der Unterschied in der Monatsrate etwa 405 PLN, was einer Senkung um 11 % entspricht.
Wichtig ist, dass im Vergleich zu einem Leitzins von 5,75 % das aktuelle Niveau von 4,25 % die maximal mögliche Kreditkapazität eines durchschnittlichen Polen um mehr als 55 Tsd. PLN erhöht. Das bedeutet einen Anstieg der Verschuldungsmöglichkeiten um 12,35 %, was sich auf Marktebene in einer spürbaren Nachfragebelebung im Hypothekensegment niederschlägt. Der Bericht betont, dass solche Veränderungen zu einem nachhaltigen Nachfrageanstieg sowohl im Wohnungsbau- als auch im Konsumsegment führen können – insbesondere vor dem Hintergrund sich verbessernder wirtschaftlicher Stimmung.
Zugleich weist der Polnische Bankenverband (ZBP) darauf hin, dass der Zyklus der Zinssenkungen vor dem Hintergrund einer expansiven Fiskalpolitik stattfindet. Das hohe Haushaltsdefizit und die steigende Staatsverschuldung können mittelfristig einen Inflationsdruck erzeugen, was nach Ansicht der Analysten das Risiko erhöht, dass die Wirksamkeit der Geldpolitik beeinträchtigt wird. In den Empfehlungen der makroökonomischen Sektion des Berichts hebt der ZBP hervor, dass die Geldpolitik die Regierungspolitik in gewissem Maße ausgleichen und ein angemessenes Maß an Restriktivität wahren sollte.
Ein wichtiges Element der Analyse ist auch die Tatsache, dass die Inflation in Polen – im Unterschied zu früheren Quartalen – dauerhaft innerhalb der zulässigen Abweichungsbandbreite vom Ziel geblieben ist und in keinem Monat des Jahresendes 3 % überschreitet. Dies ist eine vorteilhafte Situation für Kreditnehmer, signalisiert jedoch gleichzeitig, dass der Spielraum für weitere Zinssenkungen geringer sein könnte, als es die optimistischsten Marktprognosen erwarten lassen.
Polen im Vergleich zur Europäischen Union – Potenziale und Grenzen
Der polnische Bankensektor gehört zu den kleinsten in der gesamten Europäischen Union, gemessen am Verhältnis der Bankaktiva zum BIP. Nach Angaben des ZBP belaufen sich die Aktiva der in Polen tätigen Banken auf rund 93 % des BIP, während dieser Wert in Frankreich bei 423 % und in Deutschland bei über 250 % liegt. Nur Rumänien, Slowenien und Lettland weisen niedrigere Werte auf. Dies bedeutet, dass der polnische Sektor zwar stabil ist, seine Größe aber weiterhin begrenzt bleibt und das Wachstumspotenzial erheblich ist.
Ein ähnliches Muster zeigt sich beim Verhältnis der Kredite an private Haushalte zum BIP, das in Polen lediglich 12,6 % beträgt. Zum Vergleich: In Dänemark liegt dieser Indikator bei 78 %, in den Niederlanden bei 57 % und in Schweden bei 54 %. Der Bericht erklärt, dass diese Unterschiede aus der Struktur des Wohnungsmarktes, der Finanzierungstradition von Investitionen und dem Entwicklungsstand der Fremdkapitalinstrumente resultieren. Polen nimmt hinsichtlich der Haushaltsverschuldung einen der letzten Plätze in der EU ein und verfügt damit über ein enormes Potenzial für weiteres Wachstum der Kreditvergabe.
Im Unternehmenssegment stellt sich die Situation ähnlich dar. Das Verhältnis der Unternehmenskredite zum BIP platziert Polen auf dem vorletzten Platz in der gesamten EU – nur Irland liegt dahinter, dessen Indikator durch die BIP-Statistiken verzerrt ist. Dies bedeutet, dass polnische Unternehmen – insbesondere KMU – Investitionen weiterhin überwiegend aus Eigenmitteln finanzieren. Nach Auffassung der Autoren des Berichts stellt dies eine erhebliche Einschränkung für das Tempo der Modernisierung der Wirtschaft dar, insbesondere vor dem Hintergrund der Energiewende, der Automatisierung und der Digitalisierung der Unternehmen.
Zugleich hält der Bankensektor eine historisch hohe Überliquidität. Das Verhältnis von Krediten zu Einlagen liegt lediglich bei 60,1 %, was darauf hindeutet, dass die Banken über großen Spielraum zur Ausweitung der Kreditvergabe verfügen. Doch – wie der ZBP betont – können weitere regulatorische Belastungen wie die Banksteuer und die geplanten CIT-Erhöhungen dieses Potenzial begrenzen und zu einer geringeren Verfügbarkeit von Finanzierung für Unternehmen und Haushalte führen.
Konsumentenkredite – die Nachfrage kehrt zurück, und die Polen investieren wieder in Lebensqualität
Im Jahr 2025 zählen Konsumentenkredite zu den am schnellsten wachsenden Segmenten des Marktes. Laut BIK-Daten lag die Zahl der vergebenen Ratenkredite im September um 18,8 % höher als im Vorjahr, während ihr Wert um 21,3 % stieg. Der durchschnittliche Betrag eines Ratenkredits erhöhte sich auf 26,4 Tsd. PLN, was bestätigt, dass die Polen zunehmend größere Ausgaben über Kredite finanzieren. Gleichzeitig weist der Bericht darauf hin, dass die Vergabekriterien im Konsumentensegment im dritten Quartal erneut gelockert wurden, was sowohl die Verfügbarkeit als auch den Wettbewerb zwischen den Banken beeinflusst.
Der am häufigsten genannte Verwendungszweck eines Konsumentenkredits ist – wie bereits 2024 – die Renovierung der eigenen Wohnung. Dies gaben 83 % der befragten Banker an. Auf den nächsten Plätzen folgen der Autokauf, die Umschuldung anderer Verbindlichkeiten sowie die Finanzierung laufender Ausgaben. Die Daten zeigen jedoch wesentliche Veränderungen der Präferenzen im Vergleich zum Vorjahr. Deutlich weniger Polen geben an, einen Kredit zum Autokauf aufnehmen zu wollen, während die Zahl derjenigen gestiegen ist, die mit Hilfe von Krediten Weiterbildungen, Studien oder gesundheitsbezogene Ausgaben finanzieren.
Auch das Konsumklima bleibt – trotz einer gewissen Verschlechterung im Oktober – auf einem Niveau, das mit einer Nachfrageerholung vereinbar ist. Fast die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass weitere Zinssenkungen das Interesse an Konsumentenkrediten erhöhen werden. Gerade dieses Segment, so Branchenvertreter, wird am stärksten auf die Stabilisierung der Inflation und das zunehmende Vertrauen der Bevölkerung in die wirtschaftliche Zukunft reagieren.
Wohnungsbaukredite: starke Erholung und neue Marktbedingungen
Das Segment der Wohnungsbaukredite gehört 2025 zu den dynamischsten Bereichen des Finanzmarktes, was durch die BIK-Daten für September bestätigt wird. Die Banken vergaben 52,4 % mehr Hypotheken als ein Jahr zuvor und zudem 22,2 % mehr als im August, was klar auf einen beschleunigten Erholungstrend der Nachfrage hinweist. In Wert ausgedrückt stieg die Kreditvergabe um 62,8 % im Jahresvergleich – einer der besten Werte der letzten Dekade. Die wichtigsten Treiber dieser Belebung sind sinkende Zinsen, steigende reale Einkommen der Haushalte und eine verstärkte Konkurrenz zwischen den Banken, die zunehmend aggressiv um Kunden werben.
Der durchschnittliche Betrag eines neuen Wohnungsbaukredits stieg im dritten Quartal auf 450 Tsd. PLN und markiert damit einen neuen Rekord, der zugleich den Anstieg der Immobilienpreise widerspiegelt. Daten von AMRON-SARFiN zeigen, dass die Transaktionspreise für Wohnungen in den größten polnischen Städten ihren Aufwärtstrend fortsetzen und häufig 6–10 % über dem Vorjahresniveau liegen. Dies betrifft insbesondere den Primärmarkt, auf dem der Kostendruck auf Seiten der Bauträger hoch bleibt. Die steigenden durchschnittlichen Kreditbeträge sind sowohl auf höhere Immobilienpreise als auch darauf zurückzuführen, dass sich die Verbraucher häufiger für größere Wohnflächen entscheiden und den Kauf als langfristige Investition betrachten.
Die Banken berichten zudem von einem wachsenden Interesse an variabel verzinsten Hypotheken, was eine Folge der sich stabilisierenden Inflation und der Erwartung ist, dass die Zinsen über einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau bleiben. Gleichzeitig spielt die Kreditpolitik der Finanzinstitute eine wichtige Rolle, die im dritten Quartal leicht gelockert wurde. Dies betrifft vor allem die Verlängerung der maximalen Kreditlaufzeiten und eine größere Flexibilität bei der Bonitätsprüfung der Kunden. Die befragten Branchenvertreter weisen darauf hin, dass der Wettbewerb zwischen den Banken zu einem der entscheidenden Faktoren für die endgültigen Kreditkonditionen wird.
Im EU-Vergleich bleibt das Niveau der hypothekarischen Verschuldung in Polen jedoch sehr niedrig. Das Verhältnis der Wohnungsbaukredite zum BIP liegt hierzulande bei 12,6 % und platziert Polen damit nur auf Platz 24 von 27 Mitgliedstaaten. In Dänemark überschreitet dieser Wert 78 %, in den Niederlanden nähert er sich 60 %. Das bedeutet, dass der Markt für Wohnungsbaukredite – trotz der aktuellen Erholung – ein enormes strukturelles Wachstumspotenzial besitzt. Der ZBP betont, dass Faktoren wie eine stabile Inflation, steigende Einkommen und ein Mangel an Wohnraum dazu führen könnten, dass das Hypothekensegment in den kommenden Jahren ein zentraler Motor der Haushaltsfinanzierung bleibt.
Qualität der Kreditportfolios: Stabilisierung, aber zunehmende Warnsignale
Die Qualität der Kreditportfolios in Polen bleibt stabil, auch wenn BIK-Daten auf eine leichte Verschlechterung im Monatsvergleich hinweisen. Der Qualitätsindex für Ratenkredite betrug im September 3,86 %, für Kreditkarten 3,84 %, für Teilzahlungskredite 1,3 % und für Wohnungsbaukredite 0,67 %. Dies sind Werte, die – trotz lokaler Abweichungen – ein insgesamt sicheres Risikoprofil des Bankensektors erkennen lassen. Das geringste Risiko besteht nach wie vor bei Wohnungsbaukrediten, was unter anderem auf strenge Vergabekriterien und eine historisch gute Rückzahlungsdisziplin der Polen in diesem Bereich zurückzuführen ist.
Im Jahresvergleich hat sich die Qualität der Portfolios von Wohnungsbau- und Ratenkrediten verbessert, was auf eine allgemeine Stabilisierung der finanziellen Lage der Haushalte hindeutet. Die Indikatoren für Kreditkarten und Teilzahlungskredite haben sich jedoch verschlechtert. Der ZBP interpretiert dies als Folge steigender Lebenshaltungskosten für einen Teil der Verbraucher und einer intensiveren Nutzung kurzfristiger Finanzierungsquellen. Dies ist ein Bereich, der einer kontinuierlichen Beobachtung bedarf, da er als erster auf die Verschlechterung der finanziellen Situation der Haushalte hinweist.
Im Monatsvergleich sind alle vier Qualitätsindizes gestiegen, was eine – wenn auch geringe – Verschlechterung der Portfolioqualität bedeutet. Experten betonen, dass dies kein unmittelbarer Grund zur Beunruhigung ist, sondern vielmehr ein Frühwarnsignal, dass sich bei einer Konjunkturabkühlung oder einem plötzlichen Anstieg der Lebenshaltungskosten die Portfolios der Banken empfindlicher zeigen könnten als in den vergangenen Jahren. Dies gilt insbesondere für Ratenkredite und Kreditkarten, die erfahrungsgemäß am schnellsten auf Veränderungen der Konsumentenstimmung und der finanziellen Belastungen der Haushalte reagieren.
Bemerkenswert ist, dass Polen unter den analysierten EU-Ländern den höchsten Anteil notleidender Kredite (NPL) aufweist. Auch wenn der Indikator im letzten Quartal nur leicht gestiegen ist, liegt seine Höhe weiterhin mehr als 1,5 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Nach Ansicht des ZBP ist dies eine Folge historischer Altlasten, darunter die Restrukturierung von Schweizer-Franken-Kreditportfolios, sowie von Konjunkturphasen, die mit der Pandemie und dem anschließenden Inflationsschock zusammenfielen. Trotz eines langfristig positiven Trends muss der Sektor die erhöhte Sensitivität des Gesamtportfolios berücksichtigen.
Der Polnische Bankenverband betont, dass es nun entscheidend sein wird, ein Gleichgewicht zwischen der Ausweitung der Kreditvergabe und einem verantwortungsvollen Risikomanagement zu wahren. Die zunehmende Konkurrenz zwischen den Banken könnte dazu führen, dass die Kreditvergabekriterien zu schnell gelockert werden – mit der Gefahr, in Extremfällen Szenarien zu wiederholen, die aus westeuropäischen Ländern bekannt sind. Gerade das Gleichgewicht zwischen Marktwachstum und Kontrolle der Portfolioqualität wird in den kommenden Quartalen die zentrale Aufgabe des Sektors sein.
Ersparnisse der Polen: Überliquidität des Bankensektors, aber niedrige Sparquote
Die Ersparnisse der privaten Haushalte gehören zu den Schlüsselfaktoren für die finanzielle Verfassung eines Landes. Daten der KNF für August 2025 zeigen, dass die Polen weiterhin hohe Guthaben auf Bankeinlagen halten. Der Gesamtwert der Einlagen des nichtfinanziellen Sektors belief sich auf mehr als 2,026 Billionen PLN, wovon 70,1 % auf Haushalte entfielen. Dies ist eine Struktur, wie sie für aufstrebende Volkswirtschaften typisch ist, in denen Ersparnisse hauptsächlich in sicheren, liquiden Instrumenten gehalten werden. Das Einlagenwachstum von 8,2 % im Jahresvergleich bestätigt die hohe Verunsicherung der Verbraucher, aber auch ihre Vorsicht angesichts wirtschaftlicher Veränderungen.
Zugleich beträgt das Verhältnis von Krediten zu Einlagen lediglich 60,1 % und gehört damit seit Jahren zu den niedrigsten in der gesamten Europäischen Union. Dies bedeutet, dass der Bankensektor ein enormes Potenzial zur Ausweitung der Kreditvergabe hat, weist aber auch auf eine strukturelle Überliquidität des Finanzsystems hin. Der ZBP hebt hervor, dass der niedrige Einsatz von Einlagen zur Kreditfinanzierung nicht nur auf die Vorsicht der Banken zurückzuführen ist, sondern auch auf die Konstruktion der Banksteuer, die die Kreditvergabe unattraktiv macht und Investitionen in Staatsanleihen begünstigt.
Es ist hervorzuheben, dass die Einlagen der Polen nominell Rekordniveaus erreicht haben, die Sparquote jedoch weiterhin niedrig ist. Eurostat zufolge legen polnische Haushalte im Durchschnitt 12,8 % ihres verfügbaren Einkommens zurück, was deutlich weniger ist als in Westeuropa. Franzosen, Niederländer oder Schweden sparen häufig mehr als 17–20 % ihres Einkommens, was sowohl auf eine andere Finanzkultur als auch auf eine höhere wirtschaftliche Stabilität hindeutet. In Polen war der Anstieg der Ersparnisse vor allem auf Inflationsunsicherheit und Vorsicht nach einer Reihe makroökonomischer Schocks in den Jahren 2020–2023 zurückzuführen.
Die Struktur der Ersparnisse zeigt zudem eine Dominanz kurzfristiger Einlagen, was unmittelbar mit den schwankenden Erwartungen in Bezug auf die weitere Zinsentwicklung zusammenhängt. Die Polen investieren weiterhin relativ selten in renditestärkere Finanzinstrumente wie Unternehmensanleihen oder Investmentfonds. Der ZBP stellt fest, dass eine höhere Attraktivität langfristiger Sparprodukte den Bankensektor entlasten und die Überliquidität verringern könnte, was eine effizientere Kapitalallokation in der Realwirtschaft ermöglichen würde.
CIT und Banksteuer: Veränderungen, die die Wirtschaft treffen
Eine der umstrittensten Gesetzesänderungen des Jahres 2025 ist die Erhöhung der Körperschaftsteuer (CIT) für Banken, die vom Sejm am 6. November 2025 verabschiedet wurde. Die neuen Sätze – 30 % ab 2026, 26 % ab 2027 und 23 % ab 2028 – stellen eine der größten Steuererhöhungen für den Sektor in seiner Geschichte dar. Der ZBP betont, dass diese Änderung nicht nur nachteilig, sondern auch verfassungswidrig ist, da sie gegen das Gleichheits- und Proportionalitätsprinzip der Besteuerung verstößt. Besonders problematisch ist nach Ansicht der Experten, dass die Steuer ausschließlich den Bankensektor betrifft, was eine unterschiedliche Belastung verschiedener Branchen ohne sachliche Begründung bedeutet.
Der Bericht macht deutlich, dass die CIT-Erhöhung in den kommenden Jahren zu einem Rückgang der Marktkapitalisierung der Banken um nahezu 66 Mrd. PLN führen wird und damit ihre Fähigkeit zur Eigenkapitalbildung verringert. Eigenkapital ist die primäre Ressource, die das Volumen der verfügbaren Finanzierung für Unternehmen und Haushalte bestimmt. Ein Rückgang des Eigenkapitals bedeutet daher automatisch eine Begrenzung der Kreditvergabe. Der ZBP schätzt, dass sich dies in den nächsten zehn Jahren in rund 125 Mrd. PLN nicht vergebener Kredite niederschlagen könnte. Besonders betroffen wären Branchen, die intensiv auf Fremdkapitalfinanzierung angewiesen sind – KMU, Landwirtschaft sowie Unternehmen, die in Modernisierung oder Energiewende investieren.
Wichtig ist auch, dass die negativen Folgen der CIT-Erhöhung von polnischen Privatanlegern und Rentnern deutlich zu spüren sein werden. Die Aktionärsstruktur der Banken zeigt, dass vor allem inländische Anteilseigner – und nicht ausländisches Kapital – die größten Verluste in Form niedrigerer Dividenden tragen werden. Der ZBP schätzt, dass sich der Gesamtschaden für Sparer auf bis zu 22 Mrd. PLN belaufen könnte, während die Verluste des Staates – infolge der Wertminderung staatlich kontrollierter Vermögenswerte – weitere 14,4 Mrd. PLN ausmachen. Damit liegt der reale Haushaltsgewinn aus der höheren CIT deutlich unter den angesetzten 6,1 Mrd. PLN jährlich.
Die zweite zentrale Belastung bleibt die 2016 eingeführte Banksteuer, eine der restriktivsten in der EU. Ihre Konstruktion – basierend auf den Aktiva und nicht auf dem Gewinn – begrenzt die Kreditvergabe und fördert Investitionen der Banken in Staatsanleihen. Der ZBP zeigt, dass das Gesamtvolumen der Kredite an den nichtfinanziellen Sektor heute um rund 700 Mrd. PLN höher wäre, wenn die Banksteuer anders ausgestaltet wäre. Dies ist ein gewaltiges Volumen, das für die Entwicklung von Unternehmen, erneuerbare Energien, Infrastrukturinvestitionen und die Modernisierung des Wohnungsbestands hätte eingesetzt werden können.
Gleichzeitig zeigen die Daten, dass Banken in Polen Rekordmittel für die Staatsfinanzierung bereitstellen: insgesamt 296 Mrd. PLN in Staatsanleihen und weitere 119 Mrd. PLN in Anleihen von PFR und BGK. Dies führt zu einer realen „Verdrängung“ von Krediten aus der Realwirtschaft, insbesondere aus dem Unternehmenssektor. Die starke Fokussierung der Banken auf die Finanzierung der öffentlichen Verschuldung erklärt sich dadurch, dass Staatsanleihen von der Banksteuer befreit sind – im Gegensatz zu klassischen Krediten. Gerade diese Anomalie trägt dazu bei, dass der Finanzsektor immer weniger in der Lage ist, die Investitionen zu finanzieren, die für die Entwicklung des Landes notwendig sind.
Steuerliche Auswirkungen auf den Kreditmarkt – Szenarien und Simulationen
Die Kombination aus CIT-Erhöhung und Beibehaltung der Banksteuer schafft eine neue, ungünstige fiskalische Situation für den gesamten Bankensektor. Analysen des ZBP zeigen, dass der Anstieg der Steuerlast direkt zu niedrigeren Nettogewinnen der Banken führt und damit ihre Möglichkeiten zur Kapitalbildung einschränkt. Dies ist besonders wichtig vor dem Hintergrund der regulatorischen Anforderungen an Kernkapitalquoten (Tier 1) und Kapitalpuffer, die das Volumen der Kreditvergabe bestimmen. In der Folge wird der Sektor gezwungen sein, bei der Finanzierung neuer Investitionen selektiver vorzugehen und die risikoreichsten Geschäftsbereiche zu begrenzen.
Die im Bericht präsentierten Simulationen zeigen, dass eine dauerhaft erhöhte CIT die Marktkapitalisierung der Banken innerhalb weniger Jahre um etwa 66 Mrd. PLN verringern wird. Auf makroökonomischer Ebene bedeutet dies eine Reduktion des verfügbaren Kreditpotenzials um mindestens 125 Mrd. PLN in einem Zeithorizont von zehn Jahren. Zum Vergleich: Dies entspricht ungefähr dem jährlichen Volumen der Kreditvergabe an Unternehmen in den Jahren vor der Pandemie. Das bedeutet, dass Unternehmer bereits in den Jahren 2026–2027 eine spürbare Verschlechterung des Zugangs zu Finanzierung erleben könnten, insbesondere in kapitalintensiven Branchen wie Energie, Transport, Bau und verarbeitender Industrie.
Der ZBP weist auch darauf hin, dass die CIT-Erhöhung zeitgleich mit anderen negativen strukturellen Faktoren auftritt – einer Konjunkturabkühlung auf den europäischen Märkten, steigenden Regulierungskosten, einem höheren Kreditrisiko und wachsendem Lohndruck im Sektor. In der Praxis werden Banken gezwungen sein, die Bonität ihrer Kunden strenger zu beurteilen und höhere Kreditmargen zu verlangen. Das bedeutet, dass sowohl Wohnungsbau- als auch Konsumentenkredite teurer werden können, obwohl die Zinsen derzeit niedrig sind.
In den vom Polnischen Bankenverband erarbeiteten Szenarien wird außerdem das Risiko hervorgehoben, dass einige Banken die Dividendenausschüttungen über Jahre hinweg aussetzen könnten, um ein ausreichendes Kapitalniveau zu sichern. Dies ist besonders bedeutsam für Privatanleger, die Banken traditionell als stabile Quelle regelmäßiger Ausschüttungen betrachten. Sinkende Dividenden werden daher nicht nur den Sektor selbst treffen, sondern auch private Haushalte, Investmentfonds und den Staat, der an mehreren großen Instituten beteiligt ist.
Sollte das aktuelle Steuer- und Abgabenmodell in den kommenden Jahren unverändert bleiben, könnte der Bankensektor in eine Situation geraten, in der die Stabilität der Bilanz Vorrang vor der Ausweitung der Kreditvergabe erhält. Langfristig würde dies zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, geringeren Investitionen und höheren Kapitalkosten für Unternehmen führen. Der ZBP warnt, dass ein solches fiskalisch-monetäres Umfeld den Zielen der staatlichen Wirtschaftspolitik widerspricht, die auf der Förderung von Investitionswachstum und der Modernisierung der Wirtschaft basiert.
Prognosen für den Kreditmarkt 2026–2030
Vor dem Hintergrund der aktuellen Trends befindet sich der polnische Kreditmarkt in einer Phase der Erholung und eines moderaten Optimismus, steht jedoch zugleich vor zunehmenden strukturellen Risiken. Die Prognosen des ZBP für die nächsten fünf Jahre deuten auf ein weiteres Wachstum der Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten hin, angetrieben von Einkommenszuwächsen, sinkender Inflation und einem wachsenden Wohnungsdefizit in den größten Städten. Die Marktdynamik könnte jedoch durch die Fiskalpolitik und steigende Regulierungsbelastungen gebremst werden, die die Fähigkeit der Banken zur Ausweitung der Finanzierung einschränken.
Im Segment der Konsumentenkredite wird erwartet, dass sich der positive Trend fortsetzt, insbesondere in Bereichen, die mit der Finanzierung von Renovierungen, Bildung, Gesundheit und der Modernisierung von Haushalten zusammenhängen. Der BNPL-Markt wird eine zunehmend wichtige Rolle spielen und könnte Schätzungen zufolge bis 2030 ein Volumen von bis zu 15 Mrd. PLN jährlich erreichen. Dieses Segment zieht vor allem junge Verbraucher an, für die es häufig den ersten Kontakt mit externer Finanzierung und dem Aufbau einer Kreditgeschichte darstellt. Banken werden ihre Strategien an diese Konkurrenz anpassen müssen, etwa durch flexiblere Produkte und kürzere Kreditentscheidungsprozesse.
Der Markt für Unternehmenskredite wird hingegen in besonderem Maße von der öffentlichen Politik und der Kapitalverfügbarkeit im Bankensektor abhängen. Die CIT-Erhöhung und die Beibehaltung der Banksteuer könnten das Wachstum dieses Segments vor allem bei KMU begrenzen. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor der Notwendigkeit, in die grüne Transformation, Automatisierung und Digitalisierung zu investieren, was die Nachfrage nach externer Finanzierung weiter erhöhen wird. Sind die Banken nicht in der Lage, ausreichend Kapital bereitzustellen, könnte die Finanzierungslücke von ausländischen Investmentfonds geschlossen werden, was die Kapitalautonomie der polnischen Wirtschaft verringern würde.
Makroökonomische Prognosen gehen davon aus, dass die Inflation auf einem stabilen Niveau nahe dem Inflationsziel der NBP verbleibt, was die Planbarkeit der Finanzierungskosten und die Aufnahme langfristiger Kredite erleichtert. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich im Bereich von 2,5–3,5 % pro Jahr bewegen und damit eine solide Grundlage für die Entwicklung des Kreditmarktes bilden. Die größten Risikofaktoren bleiben die Fiskalpolitik und das internationale Umfeld, die Veränderungen der Zinspolitik erzwingen oder zu einer höheren Risikoaufschlagprämie führen können.
Einer der wichtigsten Trends in den Jahren 2026–2030 wird die fortschreitende Digitalisierung der Finanzdienstleistungen und die Automatisierung von Kreditprozessen sein. Banken setzen zunehmend auf fortgeschrittene Scoring-Modelle, künstliche Intelligenz und Verhaltensdaten, wodurch Entscheidungsprozesse beschleunigt und operative Kosten gesenkt werden. Auf diese Weise können mehr Kunden bedient werden, ohne das Risiko unverhältnismäßig zu erhöhen. Die Entwicklung digitaler Finanzökosysteme, die Integration von Zahlungs- und Kreditdiensten sowie die zunehmende Konkurrenz durch Fintechs werden die Struktur des Sektors bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich verändern.
Empfehlungen
Angesichts der im Bericht Infokredyt 2025 dargestellten Ergebnisse und Analysen ist es notwendig, ein Maßnahmenpaket zu entwickeln, das die Stabilität des Bankensektors stärkt und seine Fähigkeit zur Finanzierung der Wirtschaft erhöht. Die wichtigste Empfehlung an die Regierung ist die erneute Bewertung der Konstruktion der Banksteuer und des Zeitplans für die CIT-Erhöhungen. In ihrer derzeitigen Form schaffen diese Abgaben eine Umgebung, die Banken von der Ausweitung der Kreditvergabe eher abhält und sie dazu motiviert, Mittel in Staatsanleihen statt in Investitionen in der Realwirtschaft zu lenken. Der ZBP empfiehlt, diese fiskalischen Instrumente schrittweise so zu reformieren, dass sie die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte belohnen, anstatt die Finanzierung der Staatsverschuldung.
Ein zweiter zentraler Ansatzpunkt ist die Schaffung eines stabilen und vorhersehbaren regulatorischen Umfelds. In den vergangenen Jahren war der Bankensektor mit zahlreichen Gesetzesänderungen konfrontiert, die die operativen Kosten und die Investitionsunsicherheit erhöht haben. Nach Einschätzung von Experten ist es notwendig, plötzliche Eingriffe in die Finanzpolitik zu begrenzen und transparentere öffentliche Konsultationen bei der Ausarbeitung neuer Gesetze einzuführen. Rechtssicherheit bildet die Grundlage für langfristige Planungen und ermöglicht es den Banken, Kapital, Risiko und Strategie effizient zu steuern.
Der Bankensektor sollte seinerseits die Investitionen in moderne Technologien, die Automatisierung von Kreditprozessen und die Datenanalyse ausbauen. Bessere Scoring-Modelle, der breite Einsatz von künstlicher Intelligenz und die Integration von Verhaltensdaten können dazu beitragen, die Kreditvergabe auszuweiten, ohne das Risiko zu erhöhen. Banken müssen dabei jedoch das Gleichgewicht zwischen Innovation und Sicherheit wahren. In der Analyse des ZBP wird betont, dass die Entwicklung digitaler Kanäle parallel durch starke Mechanismen zur Datensicherheit und zur Absicherung operativer Prozesse unterstützt werden sollte.
Angesichts der dynamischen Entwicklung des BNPL-Segments sollten Aufsichtsbehörden auch den rechtlichen Rahmen für aufgeschobene Zahlungen präzisieren. Der ZBP weist darauf hin, dass BNPL eine wichtige Rolle bei der Integration junger Verbraucher in den Finanzmarkt spielt, gleichzeitig jedoch das Risiko übermäßiger Verschuldung und der Umgehung standardisierter Bonitätsprüfungen mit sich bringt. Entscheidend ist, dass alle BNPL-Anbieter Daten an das BIK melden und ähnliche Standards für verantwortungsvolle Kreditvergabe einhalten wie Banken. Eine Harmonisierung der Regeln wird die Markttransparenz erhöhen und den Verbraucherschutz stärken.
Die letzte Empfehlung betrifft den Ausbau von Bildungsmaßnahmen für private Haushalte. Der ZBP stellt fest, dass viele Polen die Folgen der Wahl variabel verzinster Kredite nicht kennen, die Gesamtkosten eines Kredits nicht einschätzen können und Kreditverträge nicht unter dem Gesichtspunkt des finanziellen Risikos analysieren. Bildungsprogramme sollten sowohl vom öffentlichen Sektor als auch von Banken durchgeführt werden, um die finanzielle Allgemeinbildung zu erhöhen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Krediten zu fördern.
Schlussfolgerungen und Zusammenfassung
Das Jahr 2025 stellt einen Wendepunkt für den polnischen Kreditsektor dar. Zinssenkungen, die Stabilisierung der Inflation und steigende Haushaltseinkommen haben die Voraussetzungen für eine dynamische Markterholung geschaffen, insbesondere im Bereich der Wohnungsbau- und Konsumentenkredite. Es ist eine deutliche Nachfragebelebung zu beobachten, steigende durchschnittliche Kreditbeträge und eine wachsende Bereitschaft der Polen, größere Ausgaben über Kredite zu finanzieren. Daten des ZBP und des BIK lassen den Schluss zu, dass der Markt nach einigen schwierigen Jahren wieder auf einen Pfad stabilen Wachstums zurückkehrt.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass der Bankensektor vor strukturellen Herausforderungen steht, die seine Fähigkeit zur langfristigen Finanzierung der Wirtschaft einschränken können. Die Banksteuer und die CIT-Erhöhung schaffen ein Umfeld, in dem Kreditvergabe aus wirtschaftlicher Sicht weniger attraktiv ist als Investitionen in Staatsanleihen. Die Folge dieser Regulierung ist eine reale Verringerung des Kreditangebots – sowohl für Unternehmen als auch für Haushalte – und eine strukturelle Überliquidität des Sektors. ZBP-Daten zeigen eindeutig, dass das Kreditportfolio in Polen um bis zu 700 Mrd. PLN höher wäre, wenn das derzeitige Steuersystem nicht bestünde.
Im Vergleich zu anderen EU-Ländern bleibt der polnische Finanzsektor gemessen am BIP klein und verhältnismäßig „unterkreditiert“. Dies weist auf ein enormes Wachstumspotenzial hin, stellt aber zugleich eine Herausforderung für die politischen Entscheidungsträger dar, die Rahmenbedingungen schaffen müssen, die die Entwicklung der Kreditvergabe begünstigen. Ohne solche Bedingungen wird es schwierig sein, die notwendigen Investitionen – wie die Energiewende, die Modernisierung der Infrastruktur und die Digitalisierung der Unternehmen – zu finanzieren. Die polnische Volkswirtschaft steht vor der Notwendigkeit, Investitionen in Höhe von Hunderten Milliarden PLN zu tätigen, und Banken sind der wichtigste Kapitalgeber für Unternehmen und Familien.
Der Bericht Infokredyt 2025 zeigt zudem die wachsende Bedeutung des BNPL-Segments, das zu einem integralen Bestandteil des Finanzökosystems wird. Aufgeschobene Zahlungen sind bequem und leicht zugänglich, stellen aus der Sicht der Stabilität des Sektors jedoch ein Phänomen dar, das sorgfältig beobachtet werden muss. Dies gilt insbesondere für junge Verbraucher, für die BNPL oft die erste Erfahrung mit Verschuldung ist. Es wird entscheidend sein, sicherzustellen, dass sich dieses Segment verantwortungsvoll entwickelt und im Einklang mit den Standards des Kreditmarktes bleibt.
Schließlich weist die Analyse der Portfolioqualität auf eine insgesamt stabile Lage hin, macht aber auch auf Warnsignale aufmerksam. Die Verschlechterung der Qualitätsindizes im Monatsvergleich und der hohe Anteil notleidender Kredite im Vergleich zur EU sind Faktoren, die weiter beobachtet werden müssen. Gleichzeitig bleiben Wohnungsbaukredite das produkt mit dem geringsten Risiko, und ihre hohe Rückzahlungsqualität bildet das Fundament für die Stabilität des gesamten Sektors.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der polnische Kreditmarkt vor Jahren des Wachstums steht – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Bankensektor durch ein stabiles und rationales regulatorisches und fiskalisches Umfeld unterstützt wird. Ohne Änderungen in der Steuer- und Haushaltspolitik wird es schwierig sein, das volle Marktpotenzial auszuschöpfen und den Finanzierungsbedarf der Wirtschaft zu decken.






