Der Januar 2026 brachte in Wrocław eine Verschlechterung der Lage auf dem Arbeitsmarkt im Jahresvergleich, bei gleichzeitigen Anzeichen einer Belebung in Teilen der Bautätigkeit sowie einem deutlichen Anstieg der Zahl der fertiggestellten Wohnungen. In den Wirtschaftsdaten zeigte sich ein Rückgang der Industrieproduktion, ein Anstieg des Einzelhandelsumsatzes sowie schwächere Ergebnisse im Großhandel im Vergleich zum Januar 2025.
Durchschnittliche Beschäftigung im Unternehmenssektor
Die durchschnittliche Beschäftigung im Unternehmenssektor belief sich im Januar 2026 auf 192,9 Tsd. Vollzeitäquivalente. Dies entspricht einem Rückgang um 0,2 % gegenüber Dezember 2025 sowie um 0,9 % gegenüber Januar 2025. Im Vergleich zum Vormonat wurde ein Beschäftigungsrückgang u. a. im Bauwesen, im Bereich Information und Kommunikation sowie in der Industrie verzeichnet, während u. a. im Immobilienwesen, im Bereich Kultur und Freizeit sowie im Transport- und Lagereiwesen ein Anstieg zu beobachten war.
Im Jahresvergleich betrafen die Rückgänge der durchschnittlichen Beschäftigung u. a. die Bereiche Information und Kommunikation, Industrie sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Beschäftigungszuwächse wurden u. a. im Immobilienwesen, im Beherbergungs- und Gaststättengewerbe sowie im Transport- und Lagereiwesen verzeichnet.
Registrierte Arbeitslosigkeit
Ende Januar 2026 belief sich die Zahl der registrierten Arbeitslosen auf 9.460 Personen. Dies bedeutet einen Anstieg um 3,0 % gegenüber Ende Dezember 2025 sowie um 36,7 % gegenüber Januar 2025. Die Zahl der arbeitslosen Frauen betrug 4.515 und entsprach 47,7 % aller Arbeitslosen.
Die registrierte Arbeitslosenquote lag bei 2,3 % (wie im Vormonat), gegenüber 1,7 % im Vorjahr. Zum Vergleich: In der Woiwodschaft Niederschlesien lag die Arbeitslosenquote bei 5,6 %, landesweit bei 6,0 %.
Im Januar 2026 wurden bei den Arbeitsämtern 1.265 Personen neu als arbeitslos registriert, während 990 Personen aus dem Register gestrichen wurden. Von den abgemeldeten Personen nahmen 629 eine Beschäftigung auf. 83,9 % der registrierten Arbeitslosen hatten keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Im Januar 2026 wurden 245 Stellenangebote gemeldet. Ende des Monats entfielen auf ein Stellenangebot 32 registrierte Arbeitslose (im Vormonat 15, im Vorjahr 6).
In den Arbeitsmarktdaten wurde darauf hingewiesen, dass seit dem 1. Juni 2025 ein neues Gesetz über den Arbeitsmarkt und die Arbeitsverwaltungen gilt, was die Vergleichbarkeit einiger Daten mit früheren Zeiträumen beeinflussen kann.
Löhne im Unternehmenssektor
Der durchschnittliche monatliche Bruttolohn im Unternehmenssektor betrug im Januar 2026 9.990,26 PLN. Dies entspricht einem Rückgang um 0,9 % gegenüber Dezember 2025, jedoch einem Anstieg um 5,8 % gegenüber Januar 2025. Im Monatsvergleich wurden Lohnrückgänge u. a. im Bereich Kultur, Freizeit und Unterhaltung sowie im Bereich Verwaltung und unterstützende Dienstleistungen verzeichnet, während Zuwächse u. a. bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, im Beherbergungs- und Gaststättengewerbe sowie in der Industrie beobachtet wurden.
Bauwesen: Verkaufte Produktion und Bau- und Montageleistungen
Die verkaufte Produktion des Bauwesens belief sich im Januar 2026 auf 663,4 Mio. PLN (laufende Preise). Im Vergleich zu Dezember 2025 war sie um 56,0 % niedriger, gegenüber Januar 2025 jedoch um 27,0 % höher.
Die Bau- und Montageproduktion erreichte 268,5 Mio. PLN und machte 40,5 % der gesamten verkauften Bauproduktion aus. Gegenüber dem Vormonat sank sie um 59,3 %, im Jahresvergleich stieg sie um 27,7 %. Ein Produktionsanstieg im Vergleich zu Januar 2025 wurde bei Unternehmen mit spezialisierten Bauarbeiten sowie beim Bau von Tief- und Infrastrukturobjekten verzeichnet, während bei Unternehmen im Hochbau ein Rückgang festgestellt wurde.
Die Arbeitsproduktivität im Bauwesen, gemessen als Produktion pro Beschäftigtem, betrug 60,1 Tsd. PLN. Sie lag um 54,9 % unter dem Vormonatswert, jedoch um 29,3 % über dem Vorjahreswert.
Handel: Einzel- und Großhandel
Der Einzelhandelsumsatz war im Januar 2026 um 17,1 % niedriger als im Dezember 2025, jedoch um 14,7 % höher als im Januar 2025. Im Vergleich zum Vormonat gingen u. a. die Umsätze mit Presseerzeugnissen und Büchern, Textilien, Bekleidung und Schuhen sowie pharmazeutischen Produkten zurück, während der Verkauf von Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen zunahm.
Der Großhandelsumsatz in Handelsunternehmen war im Januar 2026 um 16,6 % niedriger als im Vormonat und um 0,5 % niedriger als im Vorjahr. In Großhandelsunternehmen lag der Rückgang gegenüber dem Vormonat bei 9,4 %, während im Jahresvergleich ein Anstieg um 4,3 % verzeichnet wurde.
Industrie
Die verkaufte Industrieproduktion belief sich im Januar 2026 auf 2.430,9 Mio. PLN. Zu konstanten Preisen lag sie um 4,5 % unter dem Wert vom Januar 2025. Im Verarbeitenden Gewerbe wurde ein Rückgang der verkauften Produktion um 8,1 % festgestellt. Rückgänge betrafen u. a. die Druckindustrie und die Vervielfältigung von Datenträgern sowie die Herstellung von Erzeugnissen aus nichtmetallischen mineralischen Rohstoffen. Zuwächse wurden u. a. bei der Reparatur, Wartung und Installation von Maschinen und Anlagen sowie bei der Herstellung von Textilerzeugnissen verzeichnet.
Die Arbeitsproduktivität in der Industrie, gemessen als Wert der verkauften Produktion pro Beschäftigtem, betrug 67,8 Tsd. PLN und lag zu konstanten Preisen um 1,2 % unter dem Vorjahreswert.
Wohnungsbau
Nach vorläufigen Daten wurden im Januar 2026 in Wrocław 590 Wohnungen fertiggestellt, das sind 32,0 % mehr als im Januar 2025. Der Anstieg betraf sowohl den für Verkauf oder Vermietung bestimmten Wohnungsbau (von 433 auf 575 Einheiten) als auch den individuellen Wohnungsbau (von 14 auf 15 Einheiten).
Im Januar 2026 wurde mit dem Bau von 33 Wohnungen begonnen, was einem Rückgang um 93,0 % gegenüber Januar 2025 entspricht. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen bzw. Bauanzeigen mit Projekt belief sich auf 334 und lag um 31,7 % unter dem Vorjahreswert.
Die durchschnittliche Wohnfläche der fertiggestellten Wohnungen betrug 59,8 m² und war um 4,6 m² größer als im Vorjahr. Im individuellen Wohnungsbau lag die durchschnittliche Fläche bei 164,4 m², im für Verkauf oder Vermietung bestimmten Wohnungsbau bei 57,1 m².
Unternehmen der Volkswirtschaft (REGON)
Ende Januar 2026 waren im REGON-Register in Wrocław 161.293 Unternehmen registriert. Gegenüber Dezember 2025 entspricht dies einem Anstieg um 221 Einheiten, gegenüber Januar 2025 um 5.983 Einheiten (3,9 %).
Unter den registrierten Einheiten befanden sich 61.287 juristische Personen und Organisationseinheiten ohne Rechtspersönlichkeit, darunter 37.724 Handelsgesellschaften. Die Zahl der natürlichen Personen mit wirtschaftlicher Tätigkeit betrug 100.006.
Im Januar 2026 wurden 1.035 neue Einheiten in das REGON-Register eingetragen, während 714 Einheiten gelöscht wurden. Ende des Monats hatten 22.717 Unternehmen ihre Tätigkeit ausgesetzt.







