Der Januar 2026 brachte eine deutliche Abschwächung der Aktivität im polnischen Transportsektor. Nach vorläufigen statistischen Daten betrug das gesamte Transportvolumen 36,4 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um 9,3% gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres entspricht. Obwohl das Ergebnis schwächer als im Vorjahr ausfällt, war das Ausmaß des Rückgangs etwas geringer als im Januar 2025, als die Transportleistung um 10,9% sank.
Die Daten zeigen eine unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Verkehrszweigen. Die größten Rückgänge wurden im Straßen- und Schienenverkehr verzeichnet, während im Pipeline- und Seeverkehr Zuwächse beobachtet wurden.
Deutliche Rückgänge im Straßen- und Schienenverkehr
Die stärkste Verringerung des Transportvolumens betraf den Straßenverkehr, in dem 17,1% weniger Güter als ein Jahr zuvor transportiert wurden. Trotz dieses Rückgangs bleibt dieses Segment entscheidend für die nationale Logistik, da es einen erheblichen Teil des Güterverkehrs innerhalb Polens sowie im internationalen Handel abwickelt.
Auch der Schienenverkehr verzeichnete Rückgänge: Das Transportvolumen sank um 8,7% im Jahresvergleich. Die Bahn bleibt eines der wichtigsten Transportmittel für Rohstoffe und Massengüter, weshalb ihre Ergebnisse häufig als Barometer für industrielle und wirtschaftliche Aktivität gelten.
Im Gegensatz dazu wurde im Pipelineverkehr ein Wachstum verzeichnet, bei dem das Transportvolumen um 25,2% gegenüber dem Vorjahr zunahm. Auch der Seeverkehr entwickelte sich positiv: Das Transportvolumen lag 3,0% höher als im Januar 2025.
Rückgang der Passagierzahlen erstmals seit fünf Jahren
Der Januar brachte auch eine Veränderung des Trends im Personenverkehr. Zum ersten Mal seit fünf Jahren sank die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Verkehr. Im ersten Monat des Jahres 2026 wurden 52,0 Millionen Personen befördert, also 3,6% weniger als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Im Januar 2025 war die Zahl der Passagiere noch um 7,1% gestiegen.
Der stärkste Rückgang wurde im Straßenpersonenverkehr verzeichnet, wo die Zahl der Fahrgäste um 9,6% sank. Dies betrifft Transporte durch Bus- und Fernbusunternehmen, mit Ausnahme des städtischen Nahverkehrs.
Ein etwas geringerer Rückgang wurde im Schienenverkehr registriert, wo die Zahl der Fahrgäste um 1,1% sank.
Vor diesem Hintergrund stach der Luftverkehr als einziger Bereich hervor, der einen Anstieg der Passagierzahlen verzeichnete. Im Januar lag die Zahl der Reisenden in diesem Segment 8,9% höher als ein Jahr zuvor, was das anhaltend starke Interesse am Flugverkehr sowie die wachsende Rolle polnischer Flughäfen im internationalen Verkehr bestätigt.
Niedrigere Umschläge in Seehäfen
Auch in den polnischen Seehäfen wurde eine geringere Aktivität verzeichnet. Der Güterumschlag betrug im Januar 9,4 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um 5,7% gegenüber dem entsprechenden Monat des Vorjahres entspricht. Im Januar 2025 wurde noch ein Wachstum von 4,0% verzeichnet.
Der stärkste Rückgang betraf flüssige Massengüter, deren Umschlag um 8,5% sank, darunter Rohöl und Erdölprodukte mit einem Rückgang von 9,6%.
Rückgänge wurden auch bei trockenen Massengütern registriert, deren Umschlag um 8,4% niedriger ausfiel. Innerhalb dieser Gruppe fiel jedoch ein deutlicher Anstieg beim Umschlag von Kohle und Koks auf, der um 62,3% zunahm.
Auch der Containerumschlag lag unter dem Vorjahresniveau (ein Rückgang von 5,2%), ebenso wie Roll-on/Roll-off-Ladungen, zu denen unter anderem Fahrzeuge und Transportanhänger gehören (ein Rückgang von 7,1%).
Die einzige Kategorie mit einem deutlichen Anstieg waren sonstige Stückgüter, deren Umschlag um 44,4% zunahm.
Jahresbeginn mit schwächerer Nachfrage nach Transportleistungen
Die Januar-Daten deuten darauf hin, dass der Transportsektor das Jahr 2026 unter Bedingungen einer schwächeren Nachfrage nach Güter- und Personenverkehr begonnen hat. Die Rückgänge im Straßen- und Schienenverkehr könnten eine geringere wirtschaftliche Aktivität in einigen Industriezweigen sowie Veränderungen im internationalen Handel widerspiegeln.
Gleichzeitig deutet das Wachstum im Pipeline- und Luftverkehr auf eine anhaltende Stabilität in Segmenten hin, die mit Energieflüssen und internationaler Mobilität verbunden sind.
Es ist jedoch zu beachten, dass die präsentierten Daten vorläufig sind und in späteren statistischen Veröffentlichungen noch korrigiert werden können. Die endgültigen Daten für das Jahr 2026 werden zum Jahresende veröffentlicht und ermöglichen eine umfassendere Bewertung der Lage des polnischen Transportsektors.







