Die neuesten Daten zu den Löhnen in Polen zeigen, dass die Einkommen zwar im Jahresvergleich weiter steigen, kurzfristig jedoch auch Rückgänge auftreten können. Aus der aktuellen Studie „Verteilung der Löhne in der Volkswirtschaft im September 2025“ geht hervor, dass sowohl der Medianlohn als auch der Durchschnittslohn niedriger waren als im Monat zuvor. Gleichzeitig lagen die Einkommen deutlich über dem Niveau des Vorjahres.
Nach Angaben des Statistischen Hauptamtes Polens (GUS) betrug der monatliche Medianlohn brutto im September 2025 7.145,33 Złoty. Das bedeutet, dass die Hälfte der Beschäftigten höchstens diesen Betrag verdiente, während die andere Hälfte mehr erhielt. Ökonomen weisen häufig darauf hin, dass der Median ein realistischeres Bild der Einkommensverteilung vermittelt als der Durchschnittswert.
Medianlohn sank im Monatsvergleich, stieg aber im Jahresvergleich
Im September 2025 lag der Medianlohn 1,8% unter dem Niveau vom August, gleichzeitig aber 6,9% über dem Wert von September 2024.
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich beim Durchschnittslohn. Das durchschnittliche monatliche Bruttogehalt in der Volkswirtschaft betrug 8.649,13 Złoty, was einen Rückgang um 2,0% gegenüber August, aber einen Anstieg um 7,1% gegenüber September 2024 bedeutet.
Solche monatlichen Schwankungen sind nicht ungewöhnlich. Sie hängen häufig mit saisonalen Bonuszahlungen, variablen Vergütungssystemen oder Veränderungen in der Beschäftigungsstruktur zusammen.
Frauen verdienen weiterhin weniger als Männer
Die Daten zeigen auch deutliche Unterschiede zwischen den Einkommen von Frauen und Männern.
Der Medianlohn der Männer lag bei 7.400 Złoty, während er bei Frauen 6.956,10 Złoty betrug. Ähnliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Durchschnittslöhnen. Männer verdienten im Durchschnitt 9.032,91 Złoty, während Frauen 8.255,75 Złoty erhielten.
Besonders deutlich wird der Unterschied bei den Spitzenverdienern. Laut den Daten lag der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen unter den obersten 10% der Verdienenden bei 1.694,90 Złoty zugunsten der Männer.
Beschäftigte großer Unternehmen verdienen am meisten
Die Höhe der Löhne hängt stark von der Größe des Unternehmens ab.
Der höchste Medianlohn – 8.423,40 Złoty – wurde in Unternehmen mit 1.000 oder mehr Beschäftigten verzeichnet. In den kleinsten Firmen mit bis zu neun Beschäftigten lag der Medianlohn dagegen nur bei 4.666 Złoty.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Durchschnittslöhnen. In großen Unternehmen lag der Durchschnittslohn bei über 10.000 Złoty, während er in den kleinsten Betrieben 5.818,43 Złoty betrug.
Im öffentlichen Sektor wird mehr verdient
Auch zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor bestehen deutliche Unterschiede.
Der Medianlohn im öffentlichen Sektor betrug 8.053,20 Złoty, während er im privaten Sektor 6.587,50 Złoty erreichte.
Beim Durchschnittslohn lag der öffentliche Sektor bei 9.241,14 Złoty, während der private Sektor 8.378,60 Złoty verzeichnete.
Die höchsten Gehälter gibt es im Technologiesektor
Betrachtet man die Löhne nach Branchen, sticht vor allem der Technologiesektor hervor.
Der höchste Medianlohn – 11.550 Złoty – wurde im Bereich Information und Kommunikation verzeichnet, der unter anderem IT, Telekommunikation und digitale Dienstleistungen umfasst.
Die Durchschnittsgehälter sind dort noch höher. Das durchschnittliche Einkommen lag bei 14.314,88 Złoty und damit deutlich über dem Durchschnitt der gesamten Volkswirtschaft.
Junge Arbeitnehmer verdienen am wenigsten
Auch das Alter der Beschäftigten spielt eine wichtige Rolle für die Höhe der Einkommen.
Der höchste Medianlohn – 7.440 Złoty – wurde bei Beschäftigten im Alter von 45 bis 54 Jahren verzeichnet. Der niedrigste Medianlohn trat bei jungen Arbeitnehmern bis 24 Jahre auf und lag bei 5.816,90 Złoty.
Ein ähnlicher Trend zeigt sich auch bei den Durchschnittslöhnen. Die höchsten Durchschnittseinkommen wurden bei Beschäftigten ab 65 Jahren registriert und betrugen 9.139,72 Złoty.
Große Unterschiede zwischen niedrigen und hohen Einkommen
Die Analyse der Einkommensdezile zeigt auch erhebliche Unterschiede innerhalb des Arbeitsmarktes.
Die untersten 10% der Beschäftigten verdienten höchstens 4.666 Złoty brutto. Gleichzeitig erhielten die obersten 10% der Verdienenden mindestens 13.565,16 Złoty brutto.
Dies zeigt eine deutliche Einkommensspanne zwischen den niedrigsten und den höchsten Einkommen in Polen.
Regionale Unterschiede bleiben sichtbar
Auch regional gibt es deutliche Unterschiede bei den Löhnen. Nach Angaben des GUS lag in einigen Gemeinden der Medianlohn bei 5.500 Złoty oder weniger. Dies betraf etwa 19% der Gemeinden, wenn man den Sitz des Arbeitgebers berücksichtigt.
Wenn man jedoch den Wohnort der Beschäftigten betrachtet, fallen die Unterschiede geringer aus. In diesem Fall lag der Medianlohn nur in 0,4% der Gemeinden bei 5.500 Złoty oder darunter.
Der Arbeitsmarkt ist komplexer als es Durchschnittswerte vermuten lassen
Die Daten zur Einkommensverteilung zeigen, dass das tatsächliche Bild des polnischen Arbeitsmarktes deutlich komplexer ist, als es der Durchschnittslohn allein vermuten lässt. Obwohl das durchschnittliche Einkommen bereits nahe 8.700 Złoty brutto liegt, verdient die Hälfte der Beschäftigten deutlich weniger.
Zugleich bestehen weiterhin große Unterschiede zwischen Branchen, Unternehmensgrößen, Geschlechtern und Regionen.
Wie das Statistische Hauptamt Polens (GUS) betont, umfassen die präsentierten Daten sowohl Einkommen aus Arbeitsverhältnissen als auch bestimmte Zahlungen aus zivilrechtlichen Verträgen, sofern diese mit demselben Arbeitgeber abgeschlossen wurden.
Quelle: Statistik Polen (GUS) – Studie „Verteilung der Löhne in der Volkswirtschaft“.






